Der 8. Tag – Alles auf Anfang
Donnerstag, Juli 12, 2007
Wie man unschwer erkennen kann, habe ich die Zusammenfassungen der jeweiligen Tage nun auf eine graphische Variante umgestellt. Ich denke, so ist schnell und ohne viel Aufwand ersichtlich, wie die verschiedenen Naps gelaufen sind. Und ich kann am Ende einer Woche/Monat etc. einfach erkennen, wo noch Probleme liegen (wie z.B. momentan um 07:00 -.-) oder z.B. auch einen Gesamtgraphen anfertigen.
Besonders erwähnenswerte Dinge vermerke ich dann jedesmal im Einleitungspost des nächsten Tages, hier und heute also berichte ich im Nachhinein über die Schlafpause um 07:00, bzw. was danach geschah. Um es kurz zu machen: nicht viel, ich schlief nämlich ein. Gegen 14:30 wachte ich auf und ich stand vor der schweren Entscheidung, jetzt alles hinzuwerfen (und damit die ganze Arbeit davor als umsonst zu werten) oder mich noch einmal zusammen zu reißen und weiter zu machen.
Das Schlimme war (und ist): Ich war bereits wach nach dem 07:00 nap, bin jedoch freiwillig (im Nachhinein unverständlich) gegen 08:00 ins Bett geschlüpft und habe mich gefühlt als sei ich gerade vom Kreuz geholt worden. Der entscheidende Trigger war: entspannen, ausstrecken, nicht ans aufwachen denken müssen, abschalten. Ich hätte das alles vermeiden können, wenn ich auf die Idee gekommen wäre, anstatt mich einfach nur dem Willen meines Unterbewusstseins hinzugeben, einen extra Nap einzuschieben. Es ist zwar nicht schön, 20min extra zu schlafen, kurz nachdem man erst von der regulären Schlafpause erwacht ist aber eins weiß ich jetzt – es ist ein tausendmal besseres Gefühl, als nach 10h aufzuwachen und die eigene harte Arbeit einer ganzen Woche erstmal in Scherben zu sehen.
De facto liegt diese natürlich nicht in Scherben. Das einzige was in Scherben liegt, ist mein anfänglicher Irrglaube „ich verschlafe nicht (lang), andere tun das vielleicht, mir passiert das nicht“. Demut ist zwar nicht gerade das Gefühl was ich am liebsten mag, aber momentan tut es gut es zu spüren. Ich habe jetzt einen Plan für solche Fälle. Einfach 20min. dranhängen. Den Wecker dabei direkt neben dem Kopf platzieren, einen weiteren im Raum. Und vor allem – wieder aufstehen _wollen_…
Die restlichen naps gestern haben dann noch alle ganz gut funktioniert, der erste heute um 03:00 nicht so ganz, da war ich irgendwie aufgekratzt. Morgen gehts weiter mit der Berichterstattung.
Der 7. Tag – Halbzeit
Mittwoch, Juli 11, 2007
Welche Erwartungen auch immer ich an die erste Woche hatte, sie wurden übertroffen. Nicht nur was den Schwierigkeitsgrad zu manchen Tageszeiten angeht, auch was den Zugewinn an Lebensqualität betrifft. Ich möchte die zusätzlichen Stunden, sie ich bis jetzt gewonnen habe, nicht mehr missen. Auch die permanente Verfügbarkeit meiner Zeit hat sich vom ungewohnten und einschüchternden Bild hin zum Luxus gewandelt.
Für die zweite Woche gibt es noch genug zu tun. Ich werde weiterhin jeden Nap protokollieren
und nach Verbesserungen suchen. Gleichzeitig erwarte und erhoffe ich eine weitergehende
Adaption an die 20min Intervalle sowie möglichst wenig Rückschläge.
Ergebnisse des 6. Tages
- 23:00 – 23:20: Allgemeinzustand 9/10 (Physis 9/10, Mental 9/10)

Dieser Tag war wirklich geprägt von Gegensätzen. Die nächste Nacht wird sehr spannend und ich hoffe die neue 20er Regel (mitsamt den anderen Änderungen) bewährt sich auch unter den dann herrschenden harten Bedingungen.
- 19:00 – 19:20: Allgemeinzustand 10/10 (Physis 10/10, Mental 10/10)

Tja, was soll ich sagen – wenn ich heute nacht (bzw. morgen früh) die gleichen Ergebnisse posten kann, mach ich ne Flsche Shampus auf. 20 Minuten ist um so viel besser als 30+ das hätte ich nicht erwartet. Ganz im Gegenteil, ich war so skeptisch, ob man in 20 Minuten mit realer Schlafzeit von nur ~15 Minuten überhaupt irgendetwas bewegen kann. Aber in dem Fall täusche ich mich natürlich gerne.
- 15:00 – 15:20: Allgemeinzustand 10/10 (Physis 10/10, Mental 10/10)

Ich bin wohl einfach noch zu „ausgeschlafen“ von den 4 Stunden heute morgen
![]()
- 12:00 – 12:20: Allgemeinzustand 10/10 (Physis 10/10, Mental 10/10)

Zuerst hatte ich Bedenken, ob ich in der doch wesentlich kürzeren Phase überhaupt einschlafen kann. Mit etwas Konzentration und dem festen Willen hat es aber gut funktioniert. Ich empfand diese 20 Minuten als mindestens genauso erfrischend wie andere Schlafpausen, ob sich der Effekt hält, werde ich die nächsten Stunden und Naps feststellen.
Da die Verbesserungen, die ich unten beschrieben habe, imo gut und wichtig sind, kann ich dem ganzen Vorfall sogar fast noch eine positive Seite abgewinnen…
- 3:00 – 07:30: Allgemeinzustand ?/10 (Physis ?/10, Mental ?/10)
Wie unten bereits beschrieben, habe ich beide Phasen hier zusammengefasst. Bewerten kann ich sie natürlich nicht aber ich fühle mich fit – nach so viel Schlaf auch kein Wunder :/
Der 6. Tag – Mit Butterbrot und Peitsche
Dienstag, Juli 10, 2007
Mein Wecker klingelt und ich stehe auf, schalte ihn aus und wundere mich: wie kann es um 03:30 schon so hell sein? Kann es natürlich nicht. Das ist bereits der Wecker für 07:30…
Damit ist der bisher größte Rückschlag perfekt. Ob s daran liegt, dass ich gesundheitlich angeschlagen
bin aufgrund des nasskalten Wetters oder sonstige Fehler mache – i don’t know. Was ich weiß ist, dass es nun einige Dinge ändern muss, die ich bisher erstmal außen vor gelassen hatte. Das fängt damit an, dass ich meine Zeit auf 20 Minuten verkürze. Bisher habe ich 30 Minuten veranschlagt, teilweise bin ich allerdings auch fünf Minuten früher hingelegen, so dass ich hier öfter zu viel Zeit in Anspruch genommen habe – offensichtlich genauso schädlich wie zu wenig. Die Konditionierung verschiebt sich durch zu viel Zeit sehr weit nach hinten.
Desweiteren werde ich den gemütlicheren Schlafplatz auf meinem Sofa, den ich inzwischen
eingenommen hatte, wieder verlassen und zum wesentlich unbequemeren (da Rückenlage)
Fernsehsessel zurückkehren.
Meinen Rücken wirds freuen, so hat das wenigstens einen positiven Aspekt.
Ich werde mir als Notwecker nunmehr nicht mehr meinen Handywecker stellen sondern
ausnahmslos zum superlauten Funkwecker greifen. Wer diesen Wecker nicht hört ist entweder
taub oder tot, eher aber beides. Mein normaler Wecker bleibt mein PC Wecker, da ich mich von diesem automatisiert mit Musik wecken lassen kann – ein bisschen Luxus muss sein, außerdem vermeide ich so eine Konditionierung auf ein bestimmtes Wecksignal, bei dessen Abhandensein ich dann vielleicht nicht mehr aufwachen würde.
Wenn ich das Gefühl habe, dass es notwendig ist, führe ich eine Überbrückungspause um 05:00 bzw. um 09:00 ein, da ich zwischen 03:00/07:00 bzw. 07:00/11:00 meine größten Schwachstellen habe. Ich werde herausfinden, wo ich die Pause am ehesten benötige/sie am meisten bringt.
Ergebnisse des 5. Tages
- 23:00 – 23:30: Allgemeinzustand 8/10 (Physis 8/10, Mental 8/10)

Ich konnte diesmal gar nicht einschlafen, im entscheidenen Moment war meine Umgebung zu laut und danach war ich so wach, dass ich es zeitlich nicht mehr geschafft habe wieder einzuschlafen. Ich bin aber fit wie vor 8h, also von daher ist es jetzt nicht so schlimm. Ich hoffe nur, dass die Morgenstunden nicht wieder alles zurück fordern.
- 19:00 – 19:30: Allgemeinzustand 8/10 (Physis 8/10, Mental 8/10)

Recht unspektakulär, ich bin immer noch angeschlagen. Wenn es sich um 23:00 nicht gibt, wird das ein harter Kampf heute Nacht -.-
- 15:00 – 15:30: Allgemeinzustand 8/10 (Physis 9/10, Mental 7/10)

Die Schlafpause ist ihren Erwartungen gerecht geworden, für mehr hat es trptzdem nicht gereicht. Ich fühle mich paradoxerweise (schon den ganzen „Tag“), als hätte ich zuVIEL geschlafen. Das geht ein mit Lethargie, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Da ich jedoch schon seit Beginn der Challenge einen leicht kratzigen Hals habe, vermute ich einfach mal, dass ich zusätzlich einen kleinen Infekt mit mir rumtrage, der sich noch nicht so richtig zum Ausbruch entscheiden konnte – vermutlich schlaf ich ihm zu wenig…
- 11:00 – 11:30: Allgemeinzustand 5/10 (Physis 5/10, Mental 5/10)

Trotz (oder wegen?) leichtem Oversleep von ~ 10 Minuten (bin zu früh eingeschlafen), steckt mir dieser Morgen noch immer in den Knochen. Ich hoffe dass mein Lieblingsnap um 15:00 endlich Abhilfe schafft. Es ist nunmal so, dass ich nicht einfach ein paar Stunden Erholungsschlaf nehmen kann, dadurch verteilt sich eine schlechte Phase natürlich ziehmlich weiträumig über den Tag. Aber wenigstens habe ich meinen Plan heute eingehalten und ich hoffe, dass mein körper entsprechend darauf reagiert in den nächsten Tagen.
- 7:00 – 7:30: Allgemeinzustand 5/10 (Physis 5/10, Mental 5/10)

Physisch geht es inzwischen wieder halbwegs, aber geistig bin ich im Moment nicht einsetzbar. Jedenfalls nicht für gewinnbringende Tätigkeiten. Ich muss wohl akzeptieren, dass ich jetzt in der Anfangszeit die neu dazugewonnene Zeit noch nicht zu 100% nutzen kann. Es gibt aber ja zum Glück genug andere Dinge die man tun kann und für die man nicht besonders wach sein muss. Bloggen z.B.
![]()
- 3:00 – 3:30: Allgemeinzustand 5/10 (Physis 4/10, Mental 6/10)

Ein zweischneidiges Schwert diese Schlafpause. Zuerst war ich zwar nicht sonderlich erholt aber doch in der Lage ein paar Arbeiten am PC zu beginnen. Doch nach kurzer Zeit riss mich unten beschriebene Attacke total aus dem Konzept. Von daher eine marginale aber nicht schlechte Wertung, da ich mir nicht sicher bin, ob die beiden Sachen wirklich unmittelbar zusammenhingen.
Der 5. Tag – Still struggling
Montag, Juli 9, 2007
Der Auftakt zu diesem 5. Tag startete nach meinem 03:00 Nap mit einer krassen Müdigkeitsattacke die mir wieder deutlich vor Augen führte, dass Verbesserungen in der einen Tageshälfte, von der anderen nicht zwangsläufig zur Kenntnis genommen werden. Aber ich habe diesmal die Oberhand behalten und bin immer noch wach und mein Zustand hat sich nach ~ 30 Minuten wieder stark verbessert.
Die allgemeine Konditionierung wird immer besser, es fällt mir zunehmend leichter, auch unter
erschwerten Bedingungen Schlaf zu finden. Gleichzeitig stellt sich so langsam ein Gefühl
der „Normalität“ ein – oder sagen wir besser, die Abläufe sind inzwischen eingespielt(er) und
ich habe einen groben Überblick über meine momentanen Leistungshochs sowie -tiefs.
Ergebnisse des 4. Tages
- 23:00 – 23:30: Allgemeinzustand 8/10 (Physis 7/10, Mental 9/10)

Der übliche Verdächtige, wenn es um Einschlafprobleme geht, wieder nur ein sehr oberflächlicher Nap mit viel Bewusstseinsanteilen. Dennoch erfrischend genug um mich bei Laune zu halten. Lediglich körperlich habe ich Ohrenschmerzen, dies liegt wahrscheinlich daran, dass ich wieder auf der Seite anstatt auf dem Rücken liege und das ohne bequemes Kissen. Sollte ich dann doch wieder ändern.
- 19:00 – 19:30: Allgemeinzustand 9/10 (Physis 9/10, Mental 9/10)

Da hat einfach wieder alles gepasst.
- 15:00 – 15:30: Allgemeinzustand 10/10 (Physis 10/10, Mental 10/10)

15:00 avanciert immer mehr zu meiner Lieblingsschlafpause. Nicht nur, dass ich kurz vor dem Wecker wach werde, ich fühle mich sowohl körperlich als auch geistig zu 100% erholt. Es wäre wundervoll, wenn irgendwann alle Naps diese Qualität erreichen würden. Heute vergebe ich jedenfalls zum ersten Mal 10/10, da ich nicht denke, dass es noch eine Steigerung geben kann, wenn doch, muss halt eine neue Skala her
![]()
- 11:00 – 11:30: Allgemeinzustand 5/10 (Physis 6/10, Mental 5/10)

Immerhin nicht verschlafen. Zustand ist so lala, könnte besser sein, den Umständen entsprechend kann ich aber nicht wirklich mehr erwarten. Sonntags ist es wenigstens angenehm ruhig, so dass ich mit dem Einschlafen tagsüber heute weniger Schwierigkeiten haben sollte.
- 7:00 – 7:30: Allgemeinzustand ?/10 (Physis ?/10, Mental ?/10)
BAAAM! Diese Zeit schafft mich einfach jedes Mal -.- Selbst vor Überredungskünsten schreckt mein Hirn nicht mehr zurück: Es ist 07:35 und ich fühle mich nach meiner regulären Schlafpause unerwarteterweise richtig müde. Anstatt das einzig vernünftige zu tun, und dagegen anzukämpfen, entscheide ich mich für einen zweiten nap direkt hinterher. Die Wecker um 08:00 werden jedoch von meinem Unterbewusstsein gekonnt ignoriert und erst um 08:45 wache ich total desorientiert auf. Es braucht eine Weile bis ich verstehe a)wer ich bin b)wo und c)wann. Ich zwinge mich diesmal zum Aufstehen, sitze aber die nächste halbe Stunde einfach nur auf einem Stuhl und gucke die Wand an, was Kampf genug ist, da meine Augen lieber zu bleiben würden. Nach dem ich kalt dusche und einige meditative Übungen zur Selbstkontrolle mache, kehrt jetzt um 09:45 so langsam das Leben in meine Überreste zurück. Bleibt die Frage: was tun in Zukunft? Eine Sache habe ich gelernt: keine Kompromisse mit sich selbst, da wird man nur verarscht. Tatsache. Die Lösung: eiskalt am Plan festhalten, zur Not mit Streichhölzern die Augen aufhalten aber auf keinen Fall in irgendeiner Form dem Schlafbedürfnis nachgeben. Der einzig positve daran: Ich habe lediglich 1h 15min oversleep gehabt, meine (berechtigte) Befürchtung ist stets, 5-8h zu oversleepen – keine Seltenheit normalerweise.
- 3:00 – 3:30: Allgemeinzustand 8/10 (Physis 8/10, Mental 8/10)

Mit dem Einschlafen hat es diesmal etwas gedauert, ansonsten war aber alles ok. Zwar traumlos aber erholsam genug, als dass ich bis 07:00 gut durchkommen werde.
Der 4. Tag – Erste Schritte, zweite Schritte
Sonntag, Juli 8, 2007
72 (offizielle) mitunter sehr schwere Stunden liegen hinter mir. Ich habe die gefürchteten ersten drei Tage überstanden und der erste Schritt in Richtung Adaption kann somit als erfolgreich betrachtet werden. Auch wenn es nicht perfekt gelaufen ist – ich bin zufrieden. Es gibt allerdings auch noch genug Raum für Verbesserungen.
Mein Kopf ist inzwischen völlig klar und erfährt keine Beeinträchtigungen mehr wie man sie vom
Schlafentzug her kennt. Das heißt, meine geistige Leistungsfähigkeit hat ihren normalen Level erreicht, auch körperlich kann ich mich über keine Einschränkungen beklagen. Ich habe allerdings auch simultan zu dieser Challenge meine Ernährung stark umgestellt, d.h. viel vitaminreiche, gesunde und vorallem leichte Kost um mir das Leben nicht unnötig schwer zu machen und meinem Körper/Geist in dieser schweren Zeit wenigstens die beste Hilfestellung zu bieten.

