Ergebnisse des 2. Tages:
- 23:00 – 23:30: Allgemeinzustand 7/10 (Physis 8/10, Mental 7/10)

Wie gestern schon fiel es mir wieder sehr schwer überhaupt einzuschlafen. Ich scheine um diese Uhrzeit ein biorythmisches Hoch zu haben was sich aber innerhalb der nächsten Wochen ändern sollte. Erholsam genug um mich bis 03:00 wach zu halten war die Schlafpause wohl trotzdem.
- 19:00 – 19:30: Allgemeinzustand 8/10 (Physis 9/10, Mental 8/10)

Ganze fünf Minuten bin ich meinem Wecker zuvorgekommen. Lustigerweise habe ich geträumt wie ich ihn ausstelle und mich wieder hinlege und hab mich dann willentlich zum Aufwachen aus meinem eigenen Traum gebracht weil ich nicht verschlafen wollte. Die Uhrzeit hat mich dann aber doch sehr verwundert und während ich noch darüber nachdenke klingelt er plötzlich – diesmal richtig. Ich glaube ohne mein konstantes Feedback in Form dieses Blogs würde ich die Grenze zwischen Wachsein und Realität mitunter nur noch sehr verschwommen sehen. Ich konnte heute dafür recht schnell einschlafen (vgl. gestern um diese Zeit) und das obwohl ich nicht müde war.
- 15:00 – 15:30: Allgemeinzustand 9/10 (Physis 10/10, Mental 9/10)

Meine bisher beste Schlafpause – just in time
Der einzige Hinweis darauf, dass dies kein „normaler“ Nachmitag ist wie all die anderen davor sondern ich in den letzten 48 Stunden halb so viel Schlaf hatte wie ein monophasischer Schläfer in einer Nacht, ist eine ganz schwache Glocke um den Kopf, eine leichte Diesigkeit möchte ich es nennen. Körperlich fühle ich mich dafür absolut gefestigt und bei 100%, wer schon einmal eine Nacht oder mehr durchgemacht hat, weiß wie zerschlagen sich der Körper danach anfühlt.
Damit wurde ein für mich wichtiger Beweis erbracht: Auch für die körperliche Regeneration scheint es keine der anderen Phasen zwingend zu benötigen. Ich werde das in den nächsten Wochen stärker unter die Lupe nehmen wenn ich mich wieder sportlich betätigen werde.
- 11:00 – 11:30: Allgemeinzustand ?/10 (Physis ?/10, Mental ?/10)
Hui mein Körper hat das erste Mal die Muskeln spielen lassen. Ich muss zwischen 10:30 und 11:00 im Sitzen vor dem Fernseher eingeschlafen sein, jedenfalls bricht meine letzten Erinnerung in diesem Zeitraum ab als ich das letzte Mal auf die Uhr geschaut hatte (gg. 10:30) Aufgewacht bin ich durch meinen (zum Glück) schon im voraus gestellten regulären Alarm um 11:30. Mein Zustand war natürlich entsprechend katastrophal. Es kommt einfach ein Punkt an dem die bewusste Kontrolle nicht mehr greift und quasi das „Notprogramm“ alle Systeme herunterfährt. Mit entsprechendem Training könnte man diesen Zeitpunkt sicher hinauszögern, ich kann es nicht. Hoffentlich lerne ich es in Zukunft. Ich gebe jetzt bewusst kein Zustandsupdate, da ich dieses bisher in Referenz auf den Zustand nach dem geplanten Aufwachen gemacht hatte und das beihalten möchte.
- 7:00 – 7:30: Allgemeinzustand 7/10 (Physis 7/10, Mental 7/10)

Es war eine harte Zeit bis 07:00 aber sie hat sich gelohnt. Ich bin vor dem Klingeln der Wecker aufgewacht und hatte eine sehr erlebnisreiche REM Phase und beim Erwachen sogar Angst verschlafen zu haben – weil so viel kann man doch gar nicht träumen in 30min! Wohl etwas beschwingt dadurch, stellt sich ein gutes Allgemeinbefinden ein. Über den Berg bin ich aber noch nicht, ich glaube gerade die 03:00 Schlafpause wird meine Archillesferse sein…
- 3:00 – 3:30: Allgemeinzustand 3/10 (Physis 4/10, Mental 3/10)

Meine Befürchtungen waren nicht unbegründet, ich bin gerade schwer am Kämpfen. Mein Körper schreit nach einem warmen, kuschligen Plätzchen und mein Kopf will sich am liebsten selbst abschalten indem er dauernd auf den Reset Schalter hämmert. Jedenfalls fühlt es sich gerade so an. 07:00 kommt mir im Moment weit (sehr weit) entfernt vor aber ich bleibe wach! Zum Glück sind meine Wecker laut genug…
Der 2. Tag – Es läuft zu gut?
Freitag, Juli 6, 2007
Mein erster Tag mit polyphasischem Schlafrythmus geht offiziell in einer Stunde zu Ende (03:00 Uhr), da ich gestern um diese Zeit meine Challenge begonnen hatte. Wach bin ich allerdings gute 21 Stunden länger, da ich am Tag vor der Challenge bereits um kurz nach 05:00 aufgestanden war – damals allerdings noch nach einer monophasischen Schlafphase von 7h.
Mein erster Eindruck ist anders als ich es erwartet hatte: ich bin erstaunlich fit. Abgesehen davon,
dass ich heute viele Erledigungen machen konnte, die ich erst auf nächste Woche geplant hatte, spüre ich insgesamt keine großartige Erschöpfung. Das freut mich – andererseits beunruhigt es mich auch ein wenig, wer weiß ob das nicht noch kommt und dafür dann viel stärker?
Gleichzeitig will ich nach 24 Stunden polyphasischen Schlafens noch nicht zu weit vorgreifen. Der
Organismus braucht seine Zeit um das Ganze wirklich zu verstehen, bis jetzt läuft es zwar gut,
aber morgen kann es schon ganz anders aussehen. Von daher harre ich der Dinge die da kommen und muss ganz klar
zugeben - dies war mit Sicherheit einer der “bewusstest“ erlebten Tage in meinem bisherigen Leben - und einer der längsten dazu…